Nachhaltigkeit bei den TARGO Versicherungen

Nachhaltigkeit ist ein Bestandteil unserer gemeinsamen Basis innerhalb des Talanx Konzerns. Unsere nachhaltige Geschäftsstrategie wird kontinuierlich geprüft und weiterentwickelt. Darin definieren wir Visionen, Ambitionen, Ziele und Maßnahmen, auf denen unser Geschäftserfolg aufbaut.

Wir stellen uns täglich diesen Herausforderungen und haben klare Handlungsfelder daraus abgeleitet. mehr dazu

 

Unternehmensstrategie zu nachhaltigen Investitionen in der Talanx Gruppe

Information gem. der Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (Stand 10.03.2021)

Seit dem 10. März 2021 ist die Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor in Kraft. Sie verpflichtet Unternehmen der Europäischen Union, die im Finanzdienstleistungssektor aktiv sind, Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Investitionsentscheidungen zu veröffentlichen. Nachfolgend legt der Talanx Konzern (im Folgenden auch Talanx) seine Unternehmensstrategie zu nachhaltigen Investitionen, die Investitionsprozesse sowie die Vergütungspolitik offen.

Verantwortungsvolles, langfristig orientiertes Handeln zählt für uns als international operierende Versicherungsgruppe zu den zentralen Leitplanken unseres Handelns. Wir sind ein langfristig orientierter Investor.

Die Talanx Gruppe arbeitet erfolgreich über verschiedenen Marken in chancenreichen Feldern der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. An der Spitze der Gruppe steht die Talanx AG. Ihr größter Aktionär ist mit 79 Prozent der HDI V.a.G., ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Weitere 21 Prozent befinden sich im Streubesitz. Die TARGO Versicherungen sind Teil des Talanx Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Gemeinsam mit unserem Vertriebspartner, der TARGOBANK, entwickeln wir individuelle und leistungsstarke Konzepte für Schutz und Vorsorge. Zu den TARGO Versicherungen gehören die TARGO Lebensversicherung AG und die TARGO Versicherung AG.

Wir verpflichten uns zu einem nachhaltigen Wirtschaften. Gleichzeitig wollen wir mit unseren Leistungen dazu beitragen, dass der gesellschaftlich vor uns liegende Transformationsprozess hin zu einer kohlenstoffarmen und sozialverträglichen Wirtschaft gelingt. Den Weg dafür weist uns unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Wir arbeiten in allen Geschäftsbereichen kontinuierlich an ihrer Umsetzung. Im Besonderen schließen wir in unsere Nachhaltigkeitsstrategie die Bereiche Geschäftsbetrieb, Versicherungstechnik, Kapitalanlage – auf letzterer liegt im Folgenden das Hauptaugenmerkt – und Gesellschaft ein (weitere Informationen hier).

Im Jahr 2017 haben wir ein Gremium für verantwortungsvolles Investieren eingerichtet: das Responsible Investment Committee (RIC). Es kontrolliert unsere Investitionen und unterstützt uns dabei, dass die Zahl und der Anteil unserer nachhaltigeren Kapitalanlagen weiter wachsen. Das RIC legt für die Investitionen die Auswahlkriterien fest und beschließt unter Einbeziehung von Einzelabwägungen das Halten oder den Abbau von Beständen. Ein Abbaubeschluss für Anlagen, die den Bewertungskriterien nicht entsprechen, wird in der Regel bis zum Ende eines Jahres umgesetzt.

Die erste zentrale Aufgabe des RIC nach seiner Einrichtung war die Entwicklung und Einführung eines ESG-Bewertungs-Prozesses in der Kapitalanlage. Seit der Einführung im Jahr 2017 erfolgt die Bewertung halbjährlich durch einen externen Dienstleister. Dazu stellen wir dem Dienstleister, abhängig von strategiebedingten Änderungen, nahezu 90 % aller selbstverwalteten Kapitalanlagen des Konzerns zur Verfügung. Sofern ein Rating vorliegt, werden die Kapitalanlagen auf Einzelebene bewertet.

Als weitere Leitplanke für die Auswahlkriterien hat das RIC die Einhaltung des Global Compact der Vereinten Nationen festgelegt, den der Konzern im Mai 2019 unterzeichnet hat. Neben den zehn universellen Prinzipien des Global Compact, die sich auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention beziehen, haben wir in den Auswahlkatalog auch den Ausschluss von kontroversen Waffen, wie Anti-Personen-Minen, aufgenommen. Zudem werden in einem erweiterten Screening (Global Standards Screening) Wertpapier-Emittenten identifiziert und ausgeschlossen, die gegen international anerkannte Normen und Standards verstoßen wie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen oder die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Im Jahr 2018 haben wir den Ausschlusskatalog um das Kriterium Kohle erweitert: Wir investieren grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Kohle basiert. Die Laufzeit bereits bestehender Investitionen ist auf 2038 begrenzt. Dies ist das Jahr, in dem Deutschland per Gesetz aus der Kohleverstromung aussteigt. Ölsande – also Öl, das in sandkorngroßen Mineralkörnern gebunden und dessen Abbau besonderes klimaschädlich ist, haben wir ebenfalls in den Ausschlusskatalog aufgenommen. Vor neuen Wertpapierkäufen prüfen wir zudem, ob der Emittent den ESG-Kriterien entspricht.

Für alle alternativen Anlageklassen (z. B. Infrastrukturinvestitionen und Immobilien) haben wir im Rahmen des Selektionsprozesses ebenfalls Ausschlusskriterien definiert. Neben klassischen Kriterien, etwa zum Rendite-Risiko-Profil, werden hier explizit auch Nachhaltigkeitsaspekte betrachtet. Gemäß diesen Kriterien soll auch in folgende Bereiche nicht investiert werden: Kernkraftprojekte, Projekte mit Tierbezug (z. B. Zoos und Safariparks), Anlagen mit hoher Umweltbelastung und Projekte mit einer kontroversen öffentlichen Wahrnehmung des Geschäftsmodells (z. B. Glücksspiel). Für Immobilien als Kapitalanlage im Konzern werden bei Direkterwerb Objekte mit einer Nachhaltigkeitszertifizierung (z. B. nach DGNB, LEED oder BREEAM) angestrebt. Diese Zertifizierungen bewerten u. a. ökologische, ökonomische, soziokulturelle sowie funktionale Aspekte einer Immobilie.

Im Jahr 2019 hat die Talanx Gruppe die von den Vereinten Nationen unterstützten Prinzipien für verantwortliches Investieren (Principles for Responsible Investment, PRI) unterzeichnet, ein weiteres Rahmenwerk für eine nachhaltige Kapitalanlage. Das Unternehmen verpflichtet sich damit zum Ausbau nachhaltiger Geldanlagen und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren (siehe Info-Kasten). PRI umfasst aktuell mehr als 3.000 Unterzeichner (Link Website PRI).

Derzeit erarbeiten wir unter Federführung unseres Vermögensverwaltungsunternehmens Ampega und Einbindung aller Geschäftsbereiche des Konzerns eine Klimastrategie für das Investmentportfolio. Ziel ist das Erreichen eines kohlenstoffarmen Investmentportfolios. Über den Umsetzungsstand informieren wir in unserem  Konzern Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 (Link aktueller Talanx Nachhaltigkeitsbericht).

Als Nachhaltigkeitsrisiken klassifizieren wir Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der TARGO Versicherungen haben können. Nachhaltigkeitsrisiken wirken grundsätzlich auf alle von uns analysierten Risikokategorien. Sie wirken potenziell auf alle Bereiche unserer unternehmerischen Tätigkeit – in Form von physischen Risiken und über Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Umstellungsprozessen auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft.

Nachhaltigkeitsrisiken wirken sich grundsätzlich auf alle bestehenden Risikoarten aus. Sie beeinflussen somit auch die Renditeerwartungen aus einer Investition. Sie können die Wertentwicklung unserer Kapitalanlage beziehungsweise der in der Kapitalanlage gehaltenen Vermögensgegenstände beeinträchtigen und sich damit nachteilhaft auf das vom Anleger investierte Kapital auswirken. Durch die oben erläuterten Prinzipien,
(Ausschluss-)Kriterien und Prozesse (ESG-Bewertung) werden potenzielle negative Wertentwicklungen, die auf Nachhaltigkeitsrisiken zurückzuführen sind, wirkungsvoll gemindert.

Analyse, Bewertung und Begegnung der Nachhaltigkeitsrisiken sind in das Chancen­ und Risikomanagement der TARGO Versicherungen eingebettet, welches wir als eine unserer zentralen Stärken betrachten (Link aktueller Geschäftsbericht).

Ein zentraler Baustein des Risikomanagements ist das Berichtswesen, in das der Vorstand als operativ verantwortliches Organ unmittelbar eingebunden ist. Er erhält monatliche Aktualisierungen zu wesentlichen Risikoindikatoren und wird fortlaufend auch über risikomindernde Maßnahmen informiert.

Zur weiteren Risikoreduzierung erfolgt die Anlage des Sicherungsvermögens eines Versicherers in sehr vielen Einzelinvestitionen, bei denen eine angemessene Mischung und Streuung gewahrt werden muss (§ 54 VAG). Damit soll ein zu großer Einfluss einzelner Risiken auf die Entwicklung der Kapitalanlage ausgeschlossen werden.

Insgesamt erwarten wir keine relevanten Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite unserer Finanzprodukte.

In unseren Anlage- und Versicherungsberatungstätigkeiten arbeiten wir fortlaufend an der weiteren Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten. Die verständliche Aufklärung unserer Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen.

Ein Compliance-Management-System für den Vertrieb der TARGO Lebensversicherung AG und der TARGO Versicherung AG sowie der Konzern-Töchter soll sicherstellen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns den Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft für den Vertrieb von Versicherungsprodukten (Link GDV Verhaltenskodex) zu jeder Zeit einhalten. Das Compliance-Management-System wird durch unabhängige Wirtschaftsprüfer laufend geprüft und regelmäßig zertifiziert.

Wir möchten bei unserer Kapitalanlage einerseits mögliche negative Auswirkungen vermeiden, indem beispielsweise in bestimmten Ländern oder Geschäftsfeldern nicht investiert wird. Andererseits möchte der Konzern insgesamt positive Auswirkungen fördern (siehe obigen Abschnitt zum ESG-Screening). Wir berücksichtigen dabei nachteilige Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren derzeit nicht. Die maßgeblichen Daten, die zur Feststellung und Gewichtung der nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen notwendig sind, sind im Markt noch nicht in ausreichendem Umfang sowie in der erforderlichen Qualität vorhanden.

Wir beabsichtigen, ab dem 30. Juni 2021 interne Strategien eingerichtet zu haben, um die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren zu berücksichtigen.

Im Bereich der Kapitalanlage implementieren wir derzeit eine Engagement-Strategie (Link Ampega Engagement Policy) zum treuhänderischen Umgang mit Aktionärsrechten. 

Gleichwohl sind die möglichen indirekten ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Versicherungsgeschäfts auf eine nachhaltige Entwicklung zu beachten, z. B. etwaige Folgen der versicherten Projekte. Im Einklang mit der vom Gesamtvorstand verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie (siehe oben) zieht sich der Talanx Konzern langfristig aus kohlebasierten Risiken und Risiken aus Ölsanden zurück – sowohl auf der Kapitalanlageseite als auch im Underwriting (Link Talanx Zeichnungspolitik für Kohlerisiken).

Die Einhaltung der Compliance-Vorschriften wird durch den Bereich Group Compliance sowie im Rahmen von regelmäßigen internen Audits des Bereichs Group Auditing auf Konzernebene kontrolliert. Die Inhalte der maßgeblichen Compliance-Regelwerke werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Januar 2021 veröffentlichten wir eine überarbeitete Fassung des Talanx Verhaltenskodex „Together for Integrity“, der explizit auch die Themen Nachhaltigkeit und Menschenrechte aufgreift (Link Talanx Verhaltenskodex).

Wir bekennen uns zum Transformationsprozess hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und unterstützten die Ziele des Pariser Klimaabkommens. Dies unterstreicht unser Konzern über entsprechende Mitgliedschaften und die Beteiligung an nachhaltigkeitsorientierten Initiativen:

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Talanx ein Konzept zur Integration des Talanx Nachhaltigkeitsansatzes in das Vorstandsvergütungssystem erarbeitet. Das neue Vergütungssystem, es gilt nach entsprechender Beschlussfassung der Hauptversammlung, berücksichtigt den Erfolg bei der Umsetzung der strategischen Nachhaltigkeitsschwerpunkte (Betrieb, Versicherungstechnik, Kapitalanlage und Gesellschaft) bzw. dem Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Die Vergütungssystematik die Versicherungsvermittlung betreffend vermeidet Steuerungsanreize, welche die Berücksichtigung des Kundeninteresses – und damit seiner Nachhaltigkeitspräferenzen – bei der Beratung beeinträchtigen können. Es gibt keine Geschäftspläne oder produktspezifischen Zielvorgaben, die zu Nachhaltigkeitsrisiken oder zu einer Beratung entgegen Nachhaltigkeitspräferenzen führen könnten.

Die Leistungen der börsennotierten Talanx AG in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance lässt der Konzern regelmäßig von spezialisierten ESG-Ratingagenturen bewerten. Talanx verfolgt das Ziel, in mindestens einem anerkannten Nachhaltigkeitsindex vertreten zu sein und strebt eine kontinuierliche Verbesserung in den für den Konzern identifizierten wichtigsten ESG-Ratings an (Link Talanx Website).